Bewerbergeschichte des Monats November

Bombenstimmung beim Vorstellungsgespräch

Meine Klientin war bei einem papierverarbeitenden Unternehmen in der Region Heilbronn zum Vorstellungsgespräch geladen. Schon im Vorfeld war sie einigermaßen nervös, denn es sollte direkt nach dem Studium ihr erster „richtiger“ Job werden. Zudem war es auch noch ihr Traumjob in der Marketingabteilung. Sie bereitete sich ausgezeichnet vor, war pünktlich zum Termin erschienen und wurde vom Personalchef freundlich empfangen. Somit war die erste Anspannung verflogen. Das Gespräch verlief ebenso erfolgversprechend. Zu den Fragen hatte sie jederzeit eine passende Antwort und mit zunehmender Dauer des Vorstellungsgespräches war sie sich sicher: „Den Job hast Du sicher!“

Plötzlich, und ohne jede Vorwarnung erschallte eine Sirene! Aufregung machte sich breit! In den Fluren vor dem Besprechungszimmer hörte man laute Stimmen und viele Menschen, die durch die Gänge hasteten. Der Personalchef versuchte Ruhe zu bewahren: „Das ist bestimmt nur eine Brandschutzübung, das kommt öfters vor! Wir sollten unser Gespräch kurz unterbrechen und den Raum verlassen, um uns auf dem Parkplatz vor unserem Gebäude zu versammeln, so wie es alle machen!“

So wurde es gemacht. Meine Klientin lies alle ihre Unterlagen im Raum zurück und folgte dem Personalchef in Richtung Parkplatz. Dort angekommen standen sämtliche, vielleicht zukünftige Kollegen und man kam auch sogleich ins Gespräch. Sie hörte wie darüber gesprochen wurde um welche Art von Übung es sich handelte. Es war eine Übung für einen Bombenalarm. Der ganze Spuk dauerte zirka 15 Minuten, dann war alles vorbei.

Zurück im Besprechungszimmer sagte der Personalchef: „Na das war ja vielleicht eine Aufregung. Aber es war zum Glück nur eine Übung. Ich danke Ihnen für unser wirklich aufschlussreiches Gespräch. Sie hören von uns. Meine Sekretärin bringt sie noch zum Ausgang!“

Mit einem Schlag war das bisher erfolgreiche Gespräch beendet. Meine Klientin wusste nicht so recht was sie davon halten sollte. Also wartete sie. Eine Woche, zwei Wochen. In der dritten Woche kam eine Absage mit der Begründung, die Gesprächszeit wäre leider überschritten worden und man hätte sich für einen geeigneteren Kandidaten entschieden. Eine Bombenalarm-Übung macht meine Klientin einen gewaltigen Strich durch die Rechnung.

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