Die Folgen der Ausnahmesituation - und was wir daraus lernen sollten

Die Folgen der Ausnahmesituation – und was wir daraus lernen sollten

Fällt Ihnen auch schon die Decke auf den Kopf, wissen Sie nicht mehr welchen Schrank, welchen Raum oder welche Garage (weil Sie vielleicht nur eine haben) aufräumen sollen? Haben Sie vom vielen Putzen schon Schwielen an den Händen? Tun Ihnen die Beine weh, vom vielen Herumstehen vor den geöffneten Geschäften, oder vom Suchen (und nicht finden) nach Toilettenpapier oder Hefe? Dann geht es Ihnen wie vielen Menschen derzeit in unserer Republik.

Selbstverständlich gehen wir Deutsche nun schon seit Wochen unserer Lieblingsbeschäftigung nach – dem Beschweren – das können wir besonders gut. Egal wo ich mich gerade befinde, ob im Supermarkt, in der Apotheke oder im Park. Überall höre ich nur Beschwerden, wie schlimm alles geworden ist, wie umständlich und kompliziert. Und nun wird auch noch das Obst teurer. Das ist der blanke Horror!

Dass diese Zeit aber auch sehr viele gute Seiten hat, dass sehen die wenigsten Menschen mit denen ich mich unterhalte.

Ich habe noch nie so viele Menschen in den Parks gesehen, die sich beispielsweise sportlich betätigen, die Familie rückt plötzlich in den Mittelpunkt, man muss sich mit den Kindern beschäftigen, Spiele spielen oder Lernaufgaben erledigen, statt die Kinder abends von der Ganztagsschule abzuholen. Die Menschen erscheinen mir plötzlich freundlich, man grüßt sich, man ist vielerorts rücksichtsvoll geworden. Die Luft ist derzeit so rein wie schon lange nicht mehr. Von meinen Büroräumen kann ich die A8 sehen, dort ist seit vielen Wochen kein Stau zu sehen.

Man besinnt sich wieder mehr auf Kommunikation, statt nur auf Wats App. Neuerdings sind Menschen, die man wochenlang telefonisch nicht erreichen konnte plötzlich zu erreichen. Die Welt, so wie wir sie kennen, entschleunigt sich. Alles wird etwas langsamer, etwas ruhiger. Ich persönlich finde das sehr angenehm.

Vor ein paar Tagen schrieb mir ein Klient, „Wenn ich in den Himmel schaue, sehe ich seit Tagen kein Flugzeug, das ist seit dem Vulkanausbruch auf Island das erste Mal – irgendwie cool, eine besinnliche Zeit“

Natürlich haben viele Menschen die Wirtschaft im Hinterkopf, denn diese ist für viele super wichtig und davon hängen Existenzen ab. Aber, und da bin ich mir sehr, sehr sicher. Auch diese Krise werden wir überstehen und gestärkt daraus hervorgehen.

In diesem Sinne - bleiben Sie gesund!

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