Bewerbungsgeschichte des Monat April

Von Irrungen und Wirrungen

Einer meiner Klienten hat seinen Wohnsitz in Karlsruhe. Nun ist er seit einer geraumen Zeit verliebt, allerdings nicht in seiner Heimatstadt, sondern in der Nähe von Hamburg. Aus diesem Grunde suchte er meinen Rat. Er wollte sich im hohen Norden bewerben. Als Marketing-Manager sollte das kein größeres Problem darstellen. Die ersten Bewerbungen wurden versendet und die ersten Einladungen zum Vorstellungsgespräch trudelten ein. 

Eine Einladung kam von einem kleinen Start-Up Unternehmen. Die Stellenbeschreibung klang sehr interessant und die Aufgabenstellung vielversprechend. Der Termin wurde vereinbart.

Mein Klient buchte sich einen Flug nach Hamburg, nahm sich dort einen Mietwagen und fuhr zu der angegebenen Adresse.
Als er pünktlich dort ankam traute er seinen Augen nicht. Dort war keine Firma, sondern nur eine riesige Baustelle. Verwundert über diese Tatsache rief er beim Start-Up Unternehmen an. 

Nun bekam er die Aussage, dass auf den Briefköpfen schon die neue Adresse angegeben wird, dies geschieht aus Kostengründen. Der Einzug in das dann fertig gestellte neue Gebäude ist in 10 Monaten (!!!).

Mein Klient fragte nach der richtigen aktuellen Adresse. Jedoch bekam er nun zu hören, dass man den Termin nicht einhalten könne, da die Adresse am anderen Ende der Stadt ist, und die Fahrtzeit mindesten 45 Minuten beträgt. Somit wäre mein Klient zu spät zum Vorstellungsgespräch erschienen und im Unternehmen legt man größten Wert auf Pünktlichkeit.
Als mein Klient später im Flieger auf dem nach Hause Weg saß, dachte er über das heutige Erlebnis nach. Zuhause angekommen sendete er an das Unternehmen eine E-Mail und erteilte ihnen eine Absage. Zur weiteren Kommunikation  gab er allerdings nicht seine derzeitige Adresse in Karlsruhe an, sondern eine noch nicht existente in Hamburg.

Bewerbungstraining der 9. Klasse am Schiller Gymnasium

 

Zwei Termine - zweimal Bewerbungstraining: 
Beim ersten Treffen hatten wir die Grundlagen für eine gute Bewerbung besprochen, wie verfasse ich ein Anschreiben, wie sieht ein perfekter Lebenslauf aus.
Beim zweiten Termin übten wir Vorstellungsgespräch - jeder Schüler 4 Fragen mit Feedback der ganzen Klasse am Ende.

Es hat super viel Spaß gemacht, die Klasse hat prima mitgemacht - ein großes Lob!

Gute Tipps fürs Vorstellungsgespräch - No Go´s und Beachtenswertes

Bei einem Vorstellungsgespräch wird häufig vergessen, dass unser Gegenüber immer ganz alleine entscheidet, was er sieht, hört oder wahrnimmt.

Oftmals sind es die Kleinigkeiten die ein Vorhaben unnötig kompliziert werden lassen oder häufig zum Scheitern bringen können. Eine super gestaltete Bewerbungsmappe ist der Türöffner, jedoch zählt der erste Eindruck und so banal es klingt, dafür gibt es keine zweite Chance.

Gehen wir einmal davon aus, dass Sie eine Bewerbungsmappe versenden, was bei der Ausbildungsplatzsuche oft vorteilhafter ist. Beim Öffnen des Umschlages kommt dem Personaler eine entsprechende Duftnote entgegen, weil in der Wohnung viel geraucht wird und sich dieser Rauch in Ihren Unterlagen festgesetzt hat. Sicherlich der erste Minuspunkt.

Ebenso ist es mit Ihrer Kleidung, achten Sie darauf, dass alles frisch gewaschen ist.

Vor dem Vorstellungsgespräch noch schnell in die Pommes Bude zu gehen oder einen Döner mit viel Zwiebel und Soße zu verspeisen ist ebenso wenig von Vorteil. Das gleiche gilt für das Rauchen vor einem Gespräch. Sicherlich gibt es Kaugummis, aber was wenn Sie vergessen es vorher zu entsorgen? Kaugummikauend vor dem Personaler zu stehen ist ein weiterer Minuspunkt und wird nicht sehr gerne gesehen.

Aufregung vor einem Vorstellungsgespräch ist erlaubt, viele beginnen dann zu schwitzen. Wenn man nun auf ein Taschentuch zurückgreifen kann ist das von Vorteil. Nur die Hose die ich anhabe ist extra für dieses Gespräch neu gekauft, bzw. frisch gewaschen. Naturgemäß findet sich in dieser Hose nicht von alleine ein Taschentuch ein. Ein Stofftaschentuch, dass gerade den letzten Ölwechsel mitgemacht hat ist ebenso wenig erfolgsfördernd. Besser Sie nehmen ein frisches Päckchen Taschentücher mit auf das Sie zurückgreifen können.

Klingt paradox? – viele Personaler erzählen mir solche Episoden.

Wissen Sie, welche Taste am Handy am wenigsten gebraucht wird? Die „Austaste!“ Diese sollten Sie wenigstens einmal benutzen, nämlich während des Vorstellungsgespräches. Das klingelnde Mobiltelefon oder das unablässige vibrieren bei eingehenden Nachrichten erzeugt bei Ihrem Gegenüber bald ein Stirnrunzeln.

Ebenso ist es mit auffälliger Kleidung, Tattoos, Schmuck oder Piercings.Was in der Mode gerade „Hip“ ist muss anderswo nicht immer ankommen. Allerdings rate ich hier immer: Lassen Sie sich nicht verbiegen, Sie müssen sich auch wohlfühlen.

Nur ein paar Umgangsformen sollten Sie beachten, dann kann nichts schief gehen.

 

Hat das klassische Anschreiben ausgedient?

...wir von der TrainingsAkademie sagen "Nein!"

Auch wenn Unternehmen wie beispielsweise die Deutsche Bahn, der Versandhandelsriese OTTO oder die Drogeriemarktkette Rossmann behaupten, dass sie ihr Bewerbungsverfahren vereinfachen und Bewerber auf das Anschreiben verzichten können.

Letztlich verlagert sich die ganze Geschichte nur. Spätestens im Vorstellungsgespräch oder manchmal auch schon früher, während eines Telefoninterviews, werden die Motivationsgründe abgefragt. Dann muss der Bewerber Fragen beantworten wie:

- warum haben Sie sich gerade bei uns beworben?
- Welches sind Ihre Stärken?
- was wissen Sie über unser Unternehmen?
- was zeichnet Sie aus?
- wieso sind gerade Sie der/die Richtige?

Fragen also, die eigentlich im Anschreiben beantwortet werden sollten. 

Aus diesem Grund schlagen wir ein Anschreiben vor, dass sich von der Masse abhebt. Werden Sie kreativ, lesen Sie sich den Internetauftritt des Wunschunternehmens genau durch, benutzen Sie Zitate, Aussagen oder Slogans, die Sie dort finden. Heben Sie diese hervor, zum Beispiel mit der Schriftgröße oder setzen Sie sie in "Anführungsstriche." Warum nicht mal "drei gute Gründe" nennen, die Sie ebenfalls hervorheben können, und dann näher beschreiben. Gerade für Auszubildende ist das eine sehr interessante Variante. 
Daimler, Fresenius oder Stadtverwaltungen verlangen nach wie vor ein klassisches Anschreiben. Diese werden zwar kürzer gehalten als wie noch vor ein paar Jahren, aber die Motivationsgründe, Stärken und Soft Skills müssen enthalten sein. 

Entscheidend ist meistens der erste Satz in einem Anschreiben. Und genau dieser fällt vielen Bewerbern so schwer. Gerade Auszubildende stehen hierbei vor einem großen Hindernis. Deshalb ist es wichtig, entweder vorab mit den Unternehmen telefonisch Kontakt aufzunehmen, um sich dann im Anschreiben darauf zu berufen, oder der Bewerber schaut sich die Internetseite genau an und nutzt dann eben, wie schon oben beschrieben, Slogans oder Zitate.

Das Anschreiben wird sich in den nächsten Jahren verändern, viele Firmen wollen oder werden darauf verzichten, aber noch ist es nicht tot. 

Fragen Sie uns, wir helfen Ihnen gerne bei der Erstellung Ihrer "spannenden Bewerbung"

Bewerbergeschichte des Monats März

In diesem Monat erzähle ich einmal aus der Sicht eines Bewerbers.
Denn es gibt nicht nur unter den Bewerbern schwarze Schafe, sondern besonders auch in den Unternehmen.
Einem Bewerber passierte folgende Geschichte:

Die Personalerin eines mittelständischen Unternehmens forderte die Unterlagen meines Klienten an, nachdem Sie auf sein Profil auf der „Karrierebörse“ auf meinen Internetseiten aufmerksam geworden war. Nach ausreichenden Recherchen sendeten wir selbstverständlich sehr gute Unterlagen an diese Firma.

Vier Wochen herrschte Stille. Keine Eingangsbestätigung, keine Rückmeldung, nichts! Also fragte mein Klient nach Rücksprache mit mir bei besagtem Unternehmen nach. Die Personalerin war allerdings nicht zu erreichen.

Eine Woche später kam dann plötzlich eine Antwort. Mein Klient müsse sich irren, die Personalerin kenne ihn gar nicht. Daraufhin sendete mein Bewerbungskandidat der Dame ihre  eigene Korrespondenz samt erfolgter  Anfrage  zu.  Nach zwei Wochen kam von einem anderen Personaler aus der gleichen Firma eine Absage, mit der Begründung, dass man die Initiativbewerbung (??) leider nicht berücksichtigen könne, weil man derzeit niemanden suche.

Merkwürdigerweise wurde zwei Tage vorher in der Tageszeitung eine für meinen Klienten genau passende Stelle ausgeschrieben.  Mein Klient hat sich darauf nicht mehr beworben, denn er wollte definitiv nicht in einem Irrenhaus arbeiten.