Mitarbeiter Ü-50 und ihre Erlebnisse

Mitarbeiter Ü-50. Was ist in unseren Unternehmen los?

 

Derzeit berate ich viele Arbeitnehmer im fortgeschrittenen Alter. Diese Bewerber müssen im Bewerbungsprozess anders agieren als „normale“ Bewerber. Sie müssen mehr tun und sich besonders mit dem sogenannten verdeckten Stellenmarkt beschäftigen. Sie sehen sich mit unglaublichen Situationen konfrontiert die ich aus gegebenen Anlass hier dokumentieren möchte:
So wurde mir von Seh- und Hörtests erzählt. Einem Bewerber wurde tatsächlich eine Leseseite vorgehalten um festzustellen ob er noch etwas sieht.  Bei einem anderen wurde so offensichtlich während des Vorstellungsgespräches geflüstert, mit dem Hintergrund, dass man erfahren wolle ob er noch gut hört.

Als ich in dieser Woche mit einem Geschäftsführer telefonierte um mich danach zu erkundigen, warum mein 54 jähriger Klient eine Absage bekommen habe, wurde mir erläutert, dass man glaube, dieser Bewerber ist dem hohen und schnellen Arbeitsaufwand nicht gewachsen. Vielleicht sollte sich der Chef gleich selbst entlassen, er ist auch schon knapp 60 Jahre alt.

Einem meiner Klienten wurde in der Probezeit gekündigt, mit der Aussage, er arbeite zu langsam. Wohlgemerkt für ein Projekt der Deutschen Bahn, die auch nicht gerade für ihre Schnelligkeit bekannt ist.

Ein anderer meiner Klienten (52 Jahre alt) wurde gar nicht erst zum Gespräch eingeladen, obwohl er mehr als qualifiziert für die Stelle war, mit der schriftlichen Begründung, der Vorgesetzte habe Angst um seine eigene Position. 

Ein weiterer Klient fuhr knapp zwei Jahre lang wöchentlich über 150 km zu seiner Arbeitsstelle. Dort wohnte er auf dem Firmengelände in einem Wohnwagen. Man war der Meinung, er benötige keine Firmenwohnung, da er vielleicht bald eh nicht mehr fahren kann aufgrund seines Alters. Er ist 55 Jahre alt!

Ich frage mich, was ist in unseren Unternehmen los? Sind denn alle Vorgesetzten oder Geschäftsführer 25 Jahre alt und frisch von der Uni? Wird auf Erfahrung, Ausgeglichenheit, Ruhe in stressigen Situationen und Genauigkeit heute kein Wert mehr gelegt?

Haben Sie auch solche Situationen erlebt? Dann schreiben Sie mir eine E-Mail an

mail@oliver-stiess.de

Versteckte Botschaften im Zeugnis

Immer wieder werden wir im Rahmen unserer Beratung gebeten, Zeugnisse zu analysieren und die versteckten Botschaften die darin enthalten sind, zu entschlüsseln. Deshalb an dieser Stelle 10 wichtige Doppelbotschaften in Zeugnissen:

  1. „Er verfügt über Fachwissen und ein gesundes Selbstvertrauen“
    Das klingt erst einmal positiv. Gemeint ist damit aber etwas ganz anderes: Ein Mitarbeiter, der so in seinem Zeugnis charakterisiert wird, gilt als anstrengend, arrogant, überheblich – und er widersetzt sich womöglich sogar Anordnungen. Zudem lässt sich so jemand nichts sagen. Anders ausgedrückt: Große Klappe, nichts dahinter.
  1. „Er zeichnete sich besonders durch seine Pünktlichkeit aus“
    Es ist doch gut, wenn Sie immer pünktlich bei der Arbeit waren, oder? Leider hat aber auch dieser Satz eine versteckte Aussage: Mehr als Pünktlichkeit kann man Ihnen nicht attestieren. Sie haben keine erwähnenswerten Leistungen erbracht und sich auch sonst auf keine andere Weise hervorgetan. Autsch.
  1. „Wir wünschen ihm alles Gute und Gesundheit“
    Was wie ein netter Wunsch zum Geburtstag klingt, heißt in Wirklichkeit: Achtung, dieser Mitarbeiter ist ständig krank – oder er feiert ausgesprochen häufig krank. Beides ist keine gute Grundlage, um sich mit diesem Zeugnis zu bewerben.
  1. „Seine Geselligkeit trug zur Verbesserung des Betriebsklimas bei“
    Ein Klassiker: Gesellig waren Sie in diesem Fall vor allem für sich selbst. Die Formulierung sagt aus, dass Sie ein Alkoholproblem haben – und womöglich sogar bei der Arbeit getrunken haben.
  1. „Er war bei seinen Kollegen und Vorgesetzten beliebt“
    Achtung, hier kommt es auf die Stellung der Wörter an: Eigentlich sollten die Vorgesetzten zuerst genannt werden, weil sie höher im Rang stehen. Werden die Kollegen an die erste Stelle gesetzt, dann bedeutet das, dass Sie ein Problem mit Ihren Vorgesetzten hatten (oder diese mit Ihnen). Das gilt auch, wenn in der Formulierung nur Kollegen, nicht aber Ihre Vorgesetzten erwähnt werden.
  1. „Den Kollegen gegenüber war er ein einfühlsamer Mitarbeiter“
    Wie schön – anscheinend hatten Sie Verständnis für die Belange anderer Menschen. Leider heißt diese Aussage aber vor allem, dass Sie unentwegt mit Ihren weiblichen Kollegen geflirtet haben und sich Ihnen sexuell genähert haben. Übrigens: Wenn es „umfassend einfühlsam“ heißt, dann sagt dies aus, dass Sie vor allem an den männlichen Kollegen sexuell interessiert waren.
  1. „Er hat sich im Rahmen seiner Fähigkeiten eingesetzt“
    Sie haben getan, was Sie konnten. Leider hat Sie das nicht sehr weit geführt, da sich Ihre Fähigkeiten in Grenzen halten. Das jedenfalls besagt dieser Satz. Ähnlich ist auch die Aussage „Er hat sich stets bemüht“ zu verstehen: Sie haben zwar Engagement gezeigt, aber leider waren Sie nicht in der Lage, die Anforderungen zu erfüllen.
  1. „Ihm wurde die Gelegenheit zu Fortbildungsmaßnahmen geboten“
    Sie hätten sich weiterbilden können – nur leider haben Sie daran überhaupt kein Interesse gezeigt. In diesem Satz fehlt die Aussage, dass Sie die entsprechenden Angebote auch wahrgenommen haben. Damit wirken Sie zugleich unmotiviert und desinteressiert.
  1. „Er hat alle Aufgaben in seinem und im Firmeninteresse gelöst“
    Diese Aussage klingt bereits merkwürdig – und sie ist es auch. Darin wird verklausuliert ausgedrückt, dass Sie Firmeneigentum gestohlen haben. Sollte dies den Tatsachen entsprechen, dürfte es schwierig sein, diesen Satz aus dem Zeugnis zu entfernen. Wenden Sie sich in allen anderen Fällen unbedingt an die Personalabteilung Ihres alten Arbeitgebers oder an einen Anwalt.
  1. „Wir wünschen ihm alles Gute und Erfolg“
    Achtung: Wenn im Schlusssatz darauf hingewiesen wird, dass Ihr bisheriges Unternehmen Ihnen Erfolg wünscht, dann klingt das zwar positiv. In Wirklichkeit besagt es aber, dass Sie dort keinen Erfolg hatten.

Die drei häufigsten beruflichen Vorsätze für das neue Jahr

Die drei besten Vorsätze für das neue Jahr

Während meiner Befragung von vielen Klienten, Kunden und Mitarbeitern in Unternehmen wurden mir diese drei Vorsätze für das neue Jahr am häufigsten genannt:

  • 84% bessere berufliche Perspektive
  • 37% nächster Karriereschritt
  • 22% ausgewogene Work Life Balance

Was haben Sie sich vorgenommen für 2020? Schreiben Sie es mir.

DANKE 2019


Und auch in diesem Jahr gilt es DANKE zu sagen an...


- 124 tolle Klienten die uns Ihr Vertrauen geschenkt haben
- die Kollegen der contec GmbH in Bochum
- meinen Freund Andre
- unseren Hund Otto
- meine Frau 
- unserem Steuerberater
- Markus Schäfer und Avanovum der immer mit Rat und Tat zur Seite stand
- allen, die auch in schwierigen Tagen für uns da waren
- den ganzen Rest der Familie
- die beste Grafikerin weltweit, Alex Braun

Bestimmt habe ich jemanden vergessen, er oder sie möge es mir nachsehen, denn es war ein wirklich
ereignisreiches Jahr 2019.

Die TrainingsAkademie wünscht allen schöne Feiertage und einen super Start in das neue Jahr 2020

Bewerbungstipps - so treffen Sie ins Schwarze Teil II

6 richtig gute Tipps für ein gelungenes Anschreiben

„Mit viel Aufmerksamkeit habe ich Ihre Stellenanzeige bei Stepstone gelesen. Ihre Beschreibungen über diesen Job haben mein Interesse geweckt!“

Mit diesem langweiligen Satz beginnen leider die meisten Bewerbungen und Personaler müssen das jeden Tag lesen. Bestenfalls quält er sich damit, auch den Rest der Bewerbung zu sichten, aber in den meisten Fällen legt er die Unterlagen schnell bei Seite.

An dieser Stelle geben wir Ihnen sechs richtig gute Tipps, wie Sie ein kreatives Anschreiben verfassen können und Aufmerksamkeit erwecken. Der erste Satz muss sitzen, denn nur dann wird der Personaler weiterlesen.

Tipp Nr. 1: Recherchieren Sie gut. Was macht das Unternehmen, bei dem Sie sich bewerben? Welchen Slogan, welche Werte werden gepflegt? Was wird auf deren Seite hervorgehoben?
Beispiel für eine Bewerbung an FERRERO:
„Wer kennt Ihre Marken nicht? Schon als Kind habe ich Ihre Produkte zu Genüge konsumiert. Diese jetzt zu vertreiben macht mich glücklich!“  Schon deshalb reiche ich hiermit meine aussagekräftigen Unterlagen ein. Aber auch FERRERO als Arbeitgeber wäre für mich nur der logische nächste Karriereschritt.

Tipp Nr. 2: Seien Sie kreativ. Benutzen Sie Farbe im Anschreiben. Sie bewerben sich bei einer Schreinerei? Dann schreiben Sie Ihre Bewerbung auf ein Holzbrett. Sie bewerben sich bei einer Kommune? Schreiben Sie etwas über die Stadt.
Beispiel für eine Bewerbung an die Stadt Starnberg:
„Service und Bürgernähe stehen bei uns im Mittelpunkt“ dieser Slogan gefällt mir sehr gut. Selbstverständlich denkt man bei Starnberg sofort an den See, an Urlaub und Freizeit, jedoch bietet Ihre Stadt sehr viel mehr. Hiermit bewerbe ich mich für ein duales Studium als Diplom Verwaltungsfachangestellte bei Ihrer schönen Stadt.

Tipp Nr. 3: Schreiben Sie kurz und prägnant. Benutzen Sie keine Schachtelsätze. Versuchen Sie schnell auf den Punkt zu kommen und schreiben Sie nichts was schon im Lebenslauf steht.
Beispiel für eine Bewerbung als Logistiker:
„Sie suchen Mitarbeiter mit Engagement, Loyalität, Teamfähigkeit und Belastbarkeit? Dann haben Sie einen neuen Kollegen gefunden. Nämlich mich!“

Tipp Nr. 4: Schreiben Sie über Ihre Stärken, über Ihre Werte und über, dass was Sie auszeichnet. Etwas frechere Eingangssätze machen Lust auf mehr.
Beispiel für eine Bewerbung als Auszubildende:
„Ich möchte Ihnen gerne drei gute Gründe nennen, warum ich die Richtige bin, für die Ausbildungsstelle als Kauffrau für Büromanagement.“

Tipp Nr. 5: im Mittelteil der Bewerbung sollten Sie immer in der „Sie, wir oder Ihr-Form“ schreiben. Wenn Sie sehr häufig in der „Ich“ Form schreiben wirkt das zu Ichbezogen.
Beispiel für einen Bewerbungs-Mittelteil:
„Mit mir erhalten Sie einen äußerst belastbaren, flexiblen und sehr zuverlässigen neuen Mitarbeiter. Sie können von meiner großen Erfahrung in den Bereichen der Logistik, Versand und Lager profitieren. Innerhalb kürzester Zeit haben Sie einen vollwertig arbeitenden Mitarbeiter gewonnen, denn durch meine schnelle Auffassungsgabe lerne ich mich schnellstens in das von Ihnen gestellte Aufgabengebiet ein.“

Tipp Nr. 6: Auch beim Abschluss sollten Sie kreativ sein. Worte wie, „über ein Vorstellungsgespräch würde ich mich sehr freuen,“ haben hier nichts verloren. Das bedeutet genauso viel wie: wenn es nicht klappt ist das nicht weiter schlimm!
Beispiel für einen Abschlusssatz in einer Bewerbung:
„Habe ich Sie neugierig gemacht? Neugierig auf Ihren neuen Kollegen?Dann sollten wir uns kennen lernen. Ich freue mich auf eine positive Antwort Ihrerseits und auf ein erstes persönliches Gespräch.“

Mit diesen Tipps können Sie punkten. Versuchen Sie es einfach einmal. Sollten Sie Hilfe benötigen, wir sind für Sie da.