Bewerbergeschichte des Monats Oktober

In diesem Monat erzähle ich einmal aus der Sicht eines Bewerbers.

Denn es gibt nicht nur unter den Bewerbern schwarze Schafe, sondern besonders auch in den Unternehmen. Ein Bewerber erzählte mir folgende Geschichte:

Die Personalerin eines mittelständischen Unternehmens forderte die Unterlagen meines Klienten an, nachdem Sie auf sein Profil auf meiner Karrierebörse aufmerksam geworden war.

Nach ausreichenden Recherchen sendeten wir selbstverständlich sehr gute Unterlagen an diese Firma. Vier Wochen herrschte Stille. Keine Eingangsbestätigung, keine Rückmeldung, nichts! Also fragte mein Klient nach Rücksprache mit mir bei besagtem Unternehmen nach. Die Personalerin war allerdings nicht zu erreichen.

Eine Woche später kam dann plötzlich eine Antwort. Mein Klient müsse sich irren, die Personalerin kenne ihn gar nicht, Daraufhin sendete mein Bewerbungskandidat der Dame ihre  eigene Korrespondenz samt erfolgter  Anfrage  zu.  Nach zwei Wochen kam von einem anderen Personaler aus der gleichen Firma eine Absage, mit der Begründung, dass man die Initiativbewerbung leider nicht berücksichtigen könne, weil man derzeit niemanden suche.

Merkwürdigerweise wurde zwei Tage vorher in der Tageszeitung eine für meinen Klienten genau passende Stelle ausgeschrieben. 

Was für ein Irrenhaus. da will man sicherlich nicht arbeiten, wenn die eine Hand nicht weiß was die andere tut.

Wissenswertes über eine Karriereberatung

Was Sie vielleicht interessieren könnte:

Die Kosten meiner Karriereberatung können Sie von der Einkommenssteuer absetzen, sofern sich die Ausgaben auf bis zu 920€ im Jahr beschränken. Bis zu diesem Betrag greift der sogenannte Arbeitnehmer-Freibetrag. Wenn die Kosten darüber hinausgehen, können die weiteren Kosten als Werbungskosten abgesetzt werden.

Ein Bewerbungstraining gilt in diesem Bereich nicht als sogenannte Weiterbildungsmaßname und kann gegenüber einer Karriereberatung nicht steuerlich abgesetzt werden.

Der Absagen Killer

Es gibt viele Gründe, warum Unternehmen Bewerber nicht einstellen.

Oftmals fragt man sich allerdings, ob die Bewerber sich überschätzen oder die Unternehmen zu hohe Anforderungen stellen.  Beides trifft zu. Jedoch sollten sich vor allem in Zeiten des Fachkräftemangels die Unternehmen etwas zurücknehmen und auch mal einem Bewerber die Chance geben sich zu beweisen, wenn er nicht zu 100% auf die ausgeschriebene Stelle passt. Meine Umfrage bei knapp 150 deutschen Unternehmen hat erstaunliches zu Tage gebracht, warum Unternehmen einen Bewerber nicht einstellen:

95%       Bewerber erfüllt nicht die Kriterien der Stellenanzeige

91%       Zu hohe Gehaltsvorstellungen

75%       Mangelhafte Soft Skills

70%       Fehlende Sympathie

69%       Unzureichende Berufserfahrung

61%       Ungenügende Deutschkenntnisse

59%       Mangelhafte Hard Skills

52%       Unzureichende oder falsche Arbeitszeugnisse

Viele Unternehmen sagen bereits nach Sichtung der Unterlagen ab, und zwar ausfolgenden Gründen:

93%       Der Bewerber wird den Erwartungen nicht gerecht

67%       Unzureichende oder fehlende Berufserfahrung

39%       Unzureichende oder wenig aussagekräftige Zeugnisse

31%       Formale Fehler/Rechtschreibfehler  

Diese Umfrage und die Auswertung zeigen wieder einmal deutlich, das es eben nicht reicht, sich ein wenig vorzubereiten auf dem Weg zum Traumjob. Allerdings lege ich als Berater immer wieder den Finger in die Wunde und sage ganz deutlich:

"Liebe Unternehmen, kommt runter von Euren hohen Rössern, und gebt auch Menschen eine Chance, die vielleicht nicht ganz zur Stelle passen, die aber dankbar sind und sich später mehr reinhauen in die Arbeit, als der passende Wunschkandidat, den es wahrscheinlich nicht gibt."  

Bewerbergeschichte des Monats September

Vorbereitung ist das halbe Leben

Wer sich auf ein Vorstellungsgespräch nicht vorbereitet, den trifft es anschließend wie einen Dampfhammer. Das gilt übrigens für beide Seiten, wie die folgende Geschichte erzählt.

Mein Klient hatte sich auf eine Stelle als Gebietsverkaufsleiter bei einem Lebensmittelkonzern beworben. Nach ungefähr zwei Wochen kam die Einladung zum Vorstellungsgespräch. Geladen hatte die Personalreferentin. Beim Gespräch selbst sollte auch noch die Personalleiterin sein.

Das Gespräch stand bereits zu Beginn unter einem schlechten Stern, es begann mit zehn minütiger Verspätung, allerdings war die Personalchefin noch nicht da, was der Referentin sichtlich unangenehm erschien. Die Chefin selbst kam nach weiteren fünf Minuten ziemlich abgehetzt in den Raum, knallte die Unterlagen auf den Tisch mit den Worten: "Na dann wollen wir mal sehen, wen wir hier haben" 

Sie studierte die Unterlagen während des Gespräches und versuchte Fragen zum Lebenslauf zu stellen. Allerdings hatten diese teilweise oder überhaupt nichts mit den Tätigkeiten meines Klienten zu tun, oder hatten keinen Zusammenhang. "Ich sehe gerade, Sie waren noch nie in der Lebensmittelbranche? Warum haben Sie sich denn bei uns beworben?"

Hätte die Personalchefin auf die zweite Seite des Lebenslaufs geschaut, wäre ihr aufgefallen, dass mein Klient viele Jahre als Zulieferer im Lebensmitteleinzelhandel tätig war, diese Tatsache war ihr entgangen. Nach weiteren etwas skurrilen Fragen, die sehr verwirrend für meinen Klienten waren kam zum Schluss die Krönung seitens der Personalchefin: "Also, ich muss schon sagen, Sie haben ja gar keine Erfahrungen in diesem Bereich, warum haben wir Sie überhaupt eingeladen? Jetzt haben Sie mir tatsächlich eine gute halbe Stunde wertvoller Zeit gestohlen, wo ich doch noch so viel zu tun habe!"

Auf dem Weg zum Traumjob

Viele Menschen, die derzeit bei mir in der Beratung sind stellen sich die Frage, was ist eigentlich mein Traumjob. Wichtig bei der Berufswahl ist es, konkret zu werden. Denn nur wer genau benennen kann, was er tun möchte, wo er das tun möchte, und wie er diese Tätigkeit ausübt, ist auf dem richtigen Weg zu Traumberuf.

Stellen Sie sich bitte einmal folgende Fragen:

1. Wann waren/sind Sie richtig stolz auf sich?
2. Was ist Ihre Berufung?
3. Welche Vorbilder prägten Ihr Leben?
4. Was sagen andere über Sie?
5. Wenn Sie das Rad der (beruflichen) Zeit zurückdrehen könnten, was würden Sie (anders) tun?
6. Wann war die schönste Zeit Ihres (Berufs-) Lebens?

Wenn Sie diese Fragen beantworten können, sind Sie schon einen ganzen Schritt weiter, wenn es um Ihren Traumberuf geht.