Bewerbungs-Agenten im fortgeschrittenen Alter

Bewerber 50Plus

 

„Man wird mit 50 nicht älter – sondern besser“
(Unbekannter Verfasser – könnte aber auch James Bond gewesen sein)

 

Bewerber über 50 Jahre haben es schwer am Arbeitsmarkt, zumindest sagen das die Medien. Und Sie haben Recht! Jedoch sind nicht die Bewerber daran schuld – nein, in den meisten Fällen sind es die Unternehmen.

Da sitzt eine junge Dame in Ihrem Büro und sortiert die Bewerbungen nicht nach Qualifikation und Erfahrung, sondern nach Alter, Gehalt und Geschlecht. Vorgesetzte bekommen Schweißperlen auf die Stirn, wenn sich ein höher qualifizierter 50 jähriger Bewerber vorstellt – er könnte ihm ja den Arbeitsplatz streitig machen. Deshalb abgelehnt! Mitarbeiter über 50 werden häufiger krank, sie sind nicht mehr leistungsfähig, sie verdienen zu viel und zudem ist ihr Wissen veraltet. Deshalb abgelehnt!

Viele meiner Klienten haben hiermit Schwierigkeiten und fragen mich deshalb, ob sie überhaupt ihr Alter im Lebenslauf angeben sollen. Unbedingt! Bewerber, die unverkrampft und offensiv mit ihrem Alter umgehen, haben die besten Chancen am Markt. 

Die Schwierigkeit liegt sicherlich darin, dass Bewerber mit einem höheren Alter (50 ist scheinbar die magische Grenze) intensiver nach Firmen suchen müssen, die Mitarbeiter mit Erfahrung einstellen.    

Häufig sind dies mittelständische Unternehmen. Wenn Sie sich dort bewerben, sollten Sie vorab anrufen und erzählen wer Sie sind. Wuchern Sie schon innerhalb dieses Gespräches mit ihren Erfahrungen die Sie mitbringen. In den Unterlagen sollte sich das ebenso wiederspiegeln. Vielleicht haben Sie Glück und das Unternehmen befindet sich gerade in einer schwierigen Situation, die Sie anderswo schon einmal gelöst haben. 

Auch sollten Sie hervorheben warum Sie wertvoller (und nicht teurer) sind als ein junger Bewerber. Bieten Sie Probearbeiten an, das tun die wenigsten (da sie sich zu schade dafür sind).

Heute gibt es ganz bestimmte Seiten für arbeitssuchende über 50 Jahre. Zum Beispiel erhalten Sie unter www.jobware.de viele Stellenangebote speziell für ältere Mitarbeiter. Die Arbeitsagentur und die Politik hat die Aktion 50plus beschlossen jedoch ist diese noch nicht ausreichend tragfähig und scheitert an zu wenig Information seitens der Unternehmen.

Die Firmen neigen nach wie vor dazu jüngere Arbeitnehmer einzustellen und halten an ihren Vorbehalten gegenüber älteren Mitarbeitern fest. Halten Sie von Start-Ups oder Unternehmen Abstand, sobald man Sie in der Stellenanzeige mit "DU" anspricht.

Sobald Sie mit einem Unternehmen in Kontakt treten ist es wichtig Ihre Stärken wie Ausdauer, Gelassenheit, Ruhe und Besonnenheit, Erfahrung, soziale Kompetenz und ein ausgeprägtes Wissen in den Vordergrund zu stellen. Ein älterer Mitarbeiter geht mit Stresssituationen ganz anders um als ein junger, auch gehen ältere Arbeitnehmer an Projekte mit einer inneren Ruhe ans Werk, während die jungen Wilden darauf losstürmen. 

Legen Sie sich Ihre Argumente zurecht und kommunizieren Sie diese. Nur so kommen Sie den Schritt näher an ihre neue Arbeitsstelle. Während meiner Ausbildung zum Karriereberater erzählte uns der Ausbilder folgende Geschichte:

Ein Arbeitssuchender im Alter von 53 Jahren wurde zum Vorstellungsgespräch bei einem jungen IT-Unternehmen eingeladen. Irgendwann während des Gespräches fingen die beiden Geschäftsführer an zu tuscheln. Immer wieder steckten sie die Köpfe zusammen und flüsterten sich Dinge zu. Der Bewerber fragte nun nach, was dies zu bedeuten hat und warum über ihn geredet wird. Daraufhin entgegnete einer der beiden Geschäftsführer: „Wir wollten nur mal sehen, ob Sie in diesem Alter noch alles verstehen, oder ob Sie vielleicht schwerhörig sind!“

Der Bewerber brach danach das Gespräch ab. So etwas sollte Ihnen nicht passieren, jedoch sind Sie nicht davor geschützt. Immer wieder höre ich solche Geschichten. Es ist unglaublich, was Firmen sich erlauben. Der Respekt bleibt auf der Straße. Vielleicht hätte der ältere Bewerber ein wenig Schlagfertigkeit an den Tag legen sollen und entgegnen: „Agenten in meinem Alter hören alles!“

 

 

 

 

 

Der gehetzte Mensch

Der gehetzte Mensch

Geht es Ihnen auch so? Sie schreiben E-Mails oder versuchen Ihren vermeintlichen Ansprechpartner telefonisch zu erreichen, aber Sie bekommen keine Antwort. Es fällt mir auf, dass niemand mehr zu erreichen ist. Keiner meldet sich zurück. Die betreffende Person wird überhaupt nicht über Ihren Anruf informiert, die Botschaft bleibt auf der Strecke, bzw. versiegt wie ein kleiner Bach im Sand.

Wie oft habe ich schon versucht eine Personalleiterin eines kleinen Unternehmens zu erreichen. Unzählige Mails, wahnsinnig viele Anrufe und überhaupt keine Reaktion. Nicht mal eine klitzekleine E-Mail zurück wie: „Lieber Herr Stiess, im Moment ist es schwierig mich zu erreichen, aber Ihren Anruf habe ich bekommen und ich verspreche Ihnen, dass ich mich in den nächsten fünf Tagen melde. Vielen Dank für Ihr Verständnis. Mit freundlichen Grüßen.“

Raten Sie mal, wie viel Zeit ich gerade benötigt habe um diesen kleinen Satz zu schreiben? Nicht mal eine Minute. Ist es zu viel verlangt genau solch eine Mail zu schreiben? Ist es nicht höflich solch eine Mail zu verfassen? Zeugt es nicht von großem Respekt solch einen Satz zu versenden? Und hilft es Ihnen nicht dabei, die Situation besser einzuschätzen?

Wenn man einen kleinen Blick in den E-Mail Knigge von Experton wirft, dann wird schnell klar, dass man auf E-Mails schnell antworten soll. In Deutschland innerhalb von 48 Stunden, in den USA schon ab 24 Stunden. Alles andere gilt als respektlos und unhöflich. Gleiches gilt im Übrigen auch bei Anrufen.

Die Krux dabei ist, wir Menschen haben immer weniger Zeit bzw. wir nehmen sie uns nicht mehr. Wir sind gehetzte im eigenen Körper. Wir sehen es als Stress, wenn wir schnell auf viele Dinge reagieren müssen. Wir werden ungenau, und vor allem unpünktlich. Ebenso können wir wichtiges von unwichtigem nicht mehr unterscheiden. Das ist auf Dauer sehr unprofessionell.

Wir sollten uns wieder auf alte Gewohnheiten rück besinnen. Vor 20 Jahren hat es doch auch funktioniert. Man hat sich persönlich verabredet und alle waren pünktlich am Treffpunkt. Heute ist das nicht mehr möglich, denn man kann ja schnell eine Watts App schreiben um sich zu entschuldigen oder abzusagen. Verbindlichkeit sieht anders aus. Wertschätzung sieht anders aus und ganz nebenbei bleibt der Respekt anderen gegenüber ebenfalls auf der Strecke.

Denken Sie einmal über Ihre Einstellung gegenüber anderen nach. Wann haben Sie das letzte Mal mit jemanden geredet ohne dabei auf Ihr Handy zu schauen? Dieser Blog-Eintrag soll Sie zum Nachdenken anregen, vielleicht sogar zu einer kleinen Änderung in Ihrem Leben.  

 

Das Verhinderungsprogramm

Das Verhinderungsprogramm im Kopf

Sie wollen aufhören mit Rauchen? Sie wollen den Arbeitgeber wechseln? Sie wollen mehr Sport treiben? Sie wollen sich gesünder ernähren? Sie wollen mehr Lachen? Kennen Sie das? Sie nehmen sich etwas ganz fest vor, und dann schaffen Sie es nicht das geplante Vorhaben umzusetzen.

Alles wird geplant bis ins kleinste Detail und doch verpufft es nach ein paar Tagen wieder, es verschwindet wie von Geisterhand. Die Ausreden dafür häufen sich, warum Sie ihr Ziel nicht erreichen können. Das Verhinderungsprogramm beginnt zu laufen, und Sie versorgen es immer aufs Neue mit Nahrung.

 „Ich habe keine Zeit, der Stress ist zu groß, wann soll ich denn das noch schaffen“

„Das ist ein ganz schlechter Zeitpunkt, denn gerade muss ich mich um viele andere Dinge kümmern“

„Ich will mich ja gesünder ernähren, aber immer wenn ich einkaufen gehen will hat der Bio-Markt schon zu“

„Ich möchte den Job wechseln, aber ich weiß nicht wie man eine gute Bewerbung schreibt“ 

„Ich habe es ja versucht, aber der Muskelkater war zu stark“

Haben Sie sich darin wieder gefunden? Hatten Sie gerade das Gefühl, das kenne ich irgendwoher? Etwas zu ändern ist nicht immer so schwer. Meistens versteckt man sich eben, und das sehr häufig, hinter kleinen Ausreden. Wenn man etwas tun will, es aber nicht schafft, hilft ein ABER immer sehr gut. Das Geheimnis der Veränderung ist nicht so groß wie beispielsweiße die Entdeckung Amerikas. Nein, das Geheimnis liegt alleine im TUN!

Sie müssen die Veränderung wollen, Sie müssen Sie umsetzen und Sie alleine sind dafür verantwortlich, dass es funktioniert. Schalten Sie ihr Verhinderungsprogramm im Kopf aus.

Wie das geht, erzähle ich Ihnen in meinem nächsten Beitrag. Ich drücke Ihnen die Daumen.

Pforzheim sucht den "Superbewerber" Teil 2

Pforzheim sucht den "Superbewerber" Teil 2 beginnt.

Im Juni dieses Jahres haben wir zum ersten Mal nach dem "Superbewerber" in und um Pforzheim gefahndet. Die Resonanz war super. Letztlich haben sich zwei junge Damen durchgesetzt, wobei eine der Teilnehmerinnen schon einen neuen Job gefunden hat.

Nun starten wir den zweiten Teil und suchen weiter! Machen Sie mit, bewerben Sie sich und
gewinnen Sie ein "Bewerbungstraining". Wir freuen uns darauf, Sie kennen zu lernen.