Bewerbungsgeschichte des Monat Mai

Ein "Bombengespräch"

Mein Klient, Mitte 50, viel Erfahrung und mit reichlich Wissen ausgestattet berichtete mir von seinem letzten Vorstellungsgespräch. 

Als er den Raum betrat, saßen dort zwei ihm nicht bekannte Personen. Während sich die Personalchefin höflich vorstellte verharrte die zweite anwesende Person still auf ihrem Stuhl. Dieser stand aber nicht direkt am Besprechungstisch, sondern merkwürdiger Weise ein-zwei Meter entfernt davon, so als wäre dieser Mensch nur stiller Beobachter, was er dann auch war.

Die Personalchefin fing sogleich mit Ihren Fragen an, und mein Klient, der gut vorbereitet war, beantwortete das Fragengewitter. Man merkte ihm seine Unsicherheit, die durch die Anwesenheit der dritten Person entstand war, an. Jedoch versuchte er dies zu unterdrücken, indem er sich auf die Personalchefin konzentrierte. 

Die Blicke der dritten Person waren wir Blitze in seinem Nacken, und je länger das Gespräch dauerte wurde er zunehmend unsicherer. Das Gespräch war jetzt schon fast eine dreiviertel Stunde alt, und der Mann am anderen Ende des Tisches hatte noch kein Wort gesagt. 

Nun ging es um die Frage des Gehaltes. Als mein Klient sein Wunschgehalt nannte kam plötzlich Bewegung in die dritte Person. Er sprang auf, schlug mit seiner Faust auf den Tisch und schrie: "Es ist doch immer das gleiche mit diesen alten Säcken. Einen Haufen Geld verdienen wollen, aber bei jedem kleinen Gebrechen zuhause bleiben! "Ich sage Ihnen gleich," brüllte er die Personalchefin an, "das wird wieder nichts!" Er lehnte sich über den Tisch, so dass mein Klient seinen Atem spüren konnte und schrie noch lauter: "Sie stellen wir ganz bestimmt nicht ein" Dann verschwand er durch die Tür. 

Der Personalchefin war der Gesprächsverlauf sehr unangenehm und sie versuchte die Situation zu retten in dem sie einen Smalltalk begann. Mein Klient war jedoch jetzt schon im Abschiedsmodus, stand auf und verschwand durch die gleiche Tür wie der Geschäftsführer. Bei so einem Laden wollte er definitiv nicht arbeiten. 

Durchstarten 2019 - Das Magazin der Arbeitsagentur

Das Magazin der Arbeitsagentur "Durchstarten 2019 - Bewerber 50Plus" hat in diesem Jahr in ihrer Ausgabe das Interview mit mir veröffentlicht. Viele Bewerbungstipps für Mitarbeiter 50Plus. Viel Spaß beim Lesen.

Durchstarten 2019 - Das Magazin der Arbeitsagentur

Bewerbungsgeschichte des Monat April

Von Irrungen und Wirrungen

Einer meiner Klienten hat seinen Wohnsitz in Karlsruhe. Nun ist er seit einer geraumen Zeit verliebt, allerdings nicht in seiner Heimatstadt, sondern in der Nähe von Hamburg. Aus diesem Grunde suchte er meinen Rat. Er wollte sich im hohen Norden bewerben. Als Marketing-Manager sollte das kein größeres Problem darstellen. Die ersten Bewerbungen wurden versendet und die ersten Einladungen zum Vorstellungsgespräch trudelten ein. 

Eine Einladung kam von einem kleinen Start-Up Unternehmen. Die Stellenbeschreibung klang sehr interessant und die Aufgabenstellung vielversprechend. Der Termin wurde vereinbart.

Mein Klient buchte sich einen Flug nach Hamburg, nahm sich dort einen Mietwagen und fuhr zu der angegebenen Adresse.
Als er pünktlich dort ankam traute er seinen Augen nicht. Dort war keine Firma, sondern nur eine riesige Baustelle. Verwundert über diese Tatsache rief er beim Start-Up Unternehmen an. 

Nun bekam er die Aussage, dass auf den Briefköpfen schon die neue Adresse angegeben wird, dies geschieht aus Kostengründen. Der Einzug in das dann fertig gestellte neue Gebäude ist in 10 Monaten (!!!).

Mein Klient fragte nach der richtigen aktuellen Adresse. Jedoch bekam er nun zu hören, dass man den Termin nicht einhalten könne, da die Adresse am anderen Ende der Stadt ist, und die Fahrtzeit mindesten 45 Minuten beträgt. Somit wäre mein Klient zu spät zum Vorstellungsgespräch erschienen und im Unternehmen legt man größten Wert auf Pünktlichkeit.
Als mein Klient später im Flieger auf dem nach Hause Weg saß, dachte er über das heutige Erlebnis nach. Zuhause angekommen sendete er an das Unternehmen eine E-Mail und erteilte ihnen eine Absage. Zur weiteren Kommunikation  gab er allerdings nicht seine derzeitige Adresse in Karlsruhe an, sondern eine noch nicht existente in Hamburg.

Bewerbungstraining der 9. Klasse am Schiller Gymnasium

 

Zwei Termine - zweimal Bewerbungstraining: 
Beim ersten Treffen hatten wir die Grundlagen für eine gute Bewerbung besprochen, wie verfasse ich ein Anschreiben, wie sieht ein perfekter Lebenslauf aus.
Beim zweiten Termin übten wir Vorstellungsgespräch - jeder Schüler 4 Fragen mit Feedback der ganzen Klasse am Ende.

Es hat super viel Spaß gemacht, die Klasse hat prima mitgemacht - ein großes Lob!

Gute Tipps fürs Vorstellungsgespräch - No Go´s und Beachtenswertes

Bei einem Vorstellungsgespräch wird häufig vergessen, dass unser Gegenüber immer ganz alleine entscheidet, was er sieht, hört oder wahrnimmt.

Oftmals sind es die Kleinigkeiten die ein Vorhaben unnötig kompliziert werden lassen oder häufig zum Scheitern bringen können. Eine super gestaltete Bewerbungsmappe ist der Türöffner, jedoch zählt der erste Eindruck und so banal es klingt, dafür gibt es keine zweite Chance.

Gehen wir einmal davon aus, dass Sie eine Bewerbungsmappe versenden, was bei der Ausbildungsplatzsuche oft vorteilhafter ist. Beim Öffnen des Umschlages kommt dem Personaler eine entsprechende Duftnote entgegen, weil in der Wohnung viel geraucht wird und sich dieser Rauch in Ihren Unterlagen festgesetzt hat. Sicherlich der erste Minuspunkt.

Ebenso ist es mit Ihrer Kleidung, achten Sie darauf, dass alles frisch gewaschen ist.

Vor dem Vorstellungsgespräch noch schnell in die Pommes Bude zu gehen oder einen Döner mit viel Zwiebel und Soße zu verspeisen ist ebenso wenig von Vorteil. Das gleiche gilt für das Rauchen vor einem Gespräch. Sicherlich gibt es Kaugummis, aber was wenn Sie vergessen es vorher zu entsorgen? Kaugummikauend vor dem Personaler zu stehen ist ein weiterer Minuspunkt und wird nicht sehr gerne gesehen.

Aufregung vor einem Vorstellungsgespräch ist erlaubt, viele beginnen dann zu schwitzen. Wenn man nun auf ein Taschentuch zurückgreifen kann ist das von Vorteil. Nur die Hose die ich anhabe ist extra für dieses Gespräch neu gekauft, bzw. frisch gewaschen. Naturgemäß findet sich in dieser Hose nicht von alleine ein Taschentuch ein. Ein Stofftaschentuch, dass gerade den letzten Ölwechsel mitgemacht hat ist ebenso wenig erfolgsfördernd. Besser Sie nehmen ein frisches Päckchen Taschentücher mit auf das Sie zurückgreifen können.

Klingt paradox? – viele Personaler erzählen mir solche Episoden.

Wissen Sie, welche Taste am Handy am wenigsten gebraucht wird? Die „Austaste!“ Diese sollten Sie wenigstens einmal benutzen, nämlich während des Vorstellungsgespräches. Das klingelnde Mobiltelefon oder das unablässige vibrieren bei eingehenden Nachrichten erzeugt bei Ihrem Gegenüber bald ein Stirnrunzeln.

Ebenso ist es mit auffälliger Kleidung, Tattoos, Schmuck oder Piercings.Was in der Mode gerade „Hip“ ist muss anderswo nicht immer ankommen. Allerdings rate ich hier immer: Lassen Sie sich nicht verbiegen, Sie müssen sich auch wohlfühlen.

Nur ein paar Umgangsformen sollten Sie beachten, dann kann nichts schief gehen.